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Unter der Bezeichnung Protisten werden die eukaryontischen Einzeller
zusammengefasst und von den Prokaryonten (Bakterien und Cyanobakterien)
und allen vielzelligen Eukaryonten des Pflanzen- und Tierreiches abgegrenzt.
Innerhalb der Protisten werden mitunter autotrophe Formen und heterotrophe Formen
unterschieden und als Protophyten und Protozoen den Pflanzen bzw. Tieren (oder
Pilzen) zugerechnet. Diese Unterteilung entspricht nicht den phylogenetischen
Abstammungsverhältnissen, sondern trennt teilweise nahe Verwandte voneinander.
[Manche Autoren , z.B. Buselmaier, fassen unter dem Begriff "Protisten"
alle Einzeller zusammen und unterscheiden zwischen "niederen Protisten" (Prokaryoten)
und "höheren Protisten" (Eukaryoten)]
Systematik
Die evolutionären Verwandtschaftsverhältnisse der Protistentaxa untereinander sind schwierig zu bestimmen, da die heutigen Protisten am Ende einer sehr langen unabhängigen Entwicklungsgeschichte stehen. Die Diskussion über ein phylogenetisches System der Protisten ist daher noch in Fluss. In der Lehrbüchern und im Netz können Sie Alternativen zu dem hier vorgestellten System finden. Es ist damit zu rechnen, dass vor allem molekulargenetische Befunde in Zukunft zu einer weiteren Revision der Systematik führen werden.
Diese Seite konzentriert sich auf einige charakteristische Hauptgruppen: Mastigophora (Euglena, Trypanosoma), Rhizopoda (Amoeba), Ciliophora (Paramecium) und Apicomplexa (Plasmodium).
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| Sarcomastigophora | Amöben und Flagellaten |
| Mastigophora | Flagellaten z.B.: Dinoflagellaten, Choanoflagellaten, Euglena, Trypanosoma |
| Opalinata | Symbionten bzw. Parasiten in Amphibion, Fischen Früher bezeichnet als "Protociliaten" |
| Sarcodina | Amöben und Schleimpilze. Fortbewegung und Nahrungsaufnahme durch Pseudopodien |
| Rhizopoda | ohne Skelettelemente in den Pseudopodien z.B.: Amoeba, Foraminiferen, Dictyostelium |
| Actinopoda | mit Skelettelementen in den Pseudopodien z.B.: Heliozoen, Radiolarien |
| Labyrinthomorpha | nichtamöbische Einzeller in Kolonien |
| Apicomplexa | (=Sporozoa) Parasiten mit Generationswechsel u.a.: Gregarinen, Coccidien, Plasmodium |
| Microspora | Weitverbreitete intrazelluläre Parasiten, v.a. Invertebraten, Fische z.B.: Nosema apis (Bienenruhr) |
| Myxozoa | Extra- und intrazelluläre Parasiten mit komplexem Entwicklungszyklus
v.a. Invertebraten, Fische, |
| Ciliophora | Ciliaten. Höchst differenzierte Protisten z.B.: Entodiniomorpha (Pansenciliaten), Paramecium |
Protistan
Phyla
University of California Museum of Paleontology
Resources
in protistology
University of Montreal. Informationen und Abbildungen
The Wandtafeln of Rudolph Leuckart
(1822-1898)
MBLWHOI Library
(Marine Biological Laboratory Woods Hole Oceanographic Institution)
Dinoflagellates
A. McRae, U. Calgary
Ernst Haeckel: Die
Radiolarien Berlin, 1862
Trypanosome
Genetics
A. Tait, Wellcome Centre for Molecular Parasitology
Protisten zeichnen sich durch außergewöhnlich viele morphologische Spezialisierungen und Anpassungen aus. Manche gehören zu den komplexesten Zellen überhaupt. Sie vereinen in einer Zelle Strukturen und Funktionen, die bei Vielzellern typisch für spezialisierte Zelltypen sind.
Biologie
Einzeller besiedeln die ganze Erde, viele Arten sind Kosmopoliten. Sie kommen in unterschiedlichsten Habitaten vor: auf und in Eisbergen ebenso wie in heißen Quellen, in nährstoffarmen wie -reichen Gewässern, im Wasserfilm auf Pflanzen, im Erdboden usw.
Ihre Artenzahl ist vergleichsweise niedrig: ca 38 000 (im Vergleich z.B. zu den Insekten mit über 780 000 Arten). Durch ihre große Zahl besitzen manche Arten jedoch große ökologische Bedeutung. Protisten bilden die photoautotrophe Grundlage des Ökosystems Meer, aus Überresten von Protisten bildeten sich mächtige Sedimente, Protisten sind unentbehrliche Symbionten der Wiederkäuer, die ohne sie keine Zellulose verwerten könnten.
Protisten als Krankheitserreger
Protisten spielen eine wichtige Rolle als Krankheitserreger von Mensch und Tier, allen voran die Erreger der Malaria oder der Schlafkrankheit. In der folgenden Tabelle sind einige bedeutsame Krankheitserreger zusammengestellt.
| Protisten als Krankheitserreger (Auswahl) | ||
| Lamblia intestinalis (=Giardia lamblia) |
Mastigophora | Lambliasis (Giardiasis) |
| Leishmania | Leishmaniasen | |
| Leishmania donovani | Eingeweideleishmaniase (Kala-Azar) |
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| Leishmania tropica | Hautleishmaniase (Orientbeule) | |
| Leishmania braziliensis | Schleimhautleishmaniase | |
| Trypanosoma | . | |
| Trypanosoma brucei brucei | Naganaseuche: Haustiere | |
| Trypanosoma br. gambiense | westafrikanische Schlafkrankheit | |
| Trypanosoma br. rhodensiense | ostafrikanische Schlafkrankheit | |
| Trypanosoma congolense | Naganaseuche: Wiederkäuer u.a. | |
| Trypanosoma cruzi | Chagas-Krankheit | |
| Entamoeba histolytica | Rhizopoda | Amöbiasis, Amöbenruhr |
| Eimeria stiedae | Apicomplexa | Kokzidiose der Kaninchen |
| Plasmodium | Malaria | |
| Plasmodium berghei | "Ratten"-Malaria | |
| Plasmodium falciparum | Malaria tropica | |
| Plasmodium malariae | Malaria quartana | |
| Plasmodium ovale | Malaria tertiana | |
| Plasmodium vivax | Malaria tertiana | |
| Toxoplasma gondii | Toxoplasmose | |
| Balantidium coli | Ciliophora | Balantidiose |
Parasite
Images
Department of Parasitology, Chiang Mai University, Thailand .
Tropical Diseases
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Atlas of Medical Parasitology
Carlo Denegri Foundation
Parasitology online
Michigan State University
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