Peter Koller

Peter Koller

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Willkomen in der Welt der Süßwasserkrabben Sulawesis.

bild1 Dank Christoph Schubart hatte ich die Möglichkeit, in den Jahren 2003/2004 eine Diplomarbeit über die Süßwasserkrabben der indonesischen Insel Sulawesi zu verfassen. Das Thema der Arbeit war "Rekonstruktion der Besiedlung der Malili-Seen (Sulawesi, Indonesien) durch Süßwasserkrabben (Crustacea: Decapoda: Brachyura: Parathelphusidae)" und mein Hauptinteresse dabei war - und ist es immer noch - die phylogenetischen Beziehungen zwischen den endemischen Krabbenarten des Malili-Seensystems untereinander und zwischen diesen und den Krabben in den umgebenden Flüssen aufzuklären, mit dem Ziel, die Kolonisierung der Seen und die Artbildung in ihnen nachvollziehen zu können.

Sulawesi nimmt auf Grund seiner Lage zwischen den Kontinentalplatten von Asien und Australasien eine besondere Rolle für das Verständnis der Biogeographie in diesem Teil der Welt ein. Die Malili-Region zeichnet sich durch einen hohen Grad an Endemismus in den alten Seen Matano, Mahalona und Towuti aus, nicht nur in Bezug auf die Brachyuren, sondern auch auf andere Taxa wie Fische, Mollusken oder Garnelen. Soweit es die Krabben betrifft, sind zur Zeit fünf Arten (Parathelphusidae) in den Seen bekannt, die sich auf drei verschiedene Ökotypen (Generalisten, Detritivore und Molluscivore) verteilen.


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Die Methoden, die ich momentan zur Klärung meiner Fragestellungen verwende, sind genetische Analysen mitochondrialer (16S rRNA, Cytochromoxidase I) und nukleärer (ITS 1, 5,8S rDNA, ITS 2) Marker und morphometrische und morphologische Vergleiche zwischen den Arten und Populationen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem ersten Gonopoden G1, der allgemein als gutes morphologisches Merkmal zur Aufklärung phylogenetischer Beziehungen betrachtet wird.

Nach den aktuellen Daten lässt sich sagen, dass die Seen mindestens zweimal unabhängig voneinander besiedelt wurden. Die Nachkommen dieser Kolonisierungsereignisse sind einerseits die molluskivore Gattung Syntripsa und andererseits die unspezialisierten Parathelphusa-Arten und die detritivore Art Nautilothelphusa zimmeri. Ein interessanter Punkt in dem Artensystem, der sich im Laufe meiner Arbeit herauskristalliserte, ist das besondere Verwandtschaftsverhältnis zwischen N. zimmeri und P. ferruginea. In diesem Fall ergaben sich widersprüchliche Ergebnisse aus den mitochondrialen Daten auf der einen Seite und aus den nukleären und morphologischen Daten auf der anderen Seite. Eine mögliche Erklärung - und die, die den Sachverhalt am besten erkärt - ist eine mitochondriale Introgression von P. ferruginea in die sympatrische Population von N. zimmeri.
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In der nächsten Zeit möchte ich meine Arbeit auf die Flussformen der gesamten Insel ausdehnen, weiterhin die Phylogenie der Brachyuren-Fauna der Malili-Region und auch verschiedene Adaptionen bezüglich der Nahrungsaufnahme bei den Ökotypen untersuchen.