Aedes aegypti

Willkommen
auf den Seiten der AG Geier!

 

Forschungsthema: Wirtsfindung bei blutsaugenden Insekten

Verschiedene Insektenarten (z.B. Stechmücken, Wanzen, Bremsen, Tsetsefliegen) sind darauf spezialisiert, Blut von warmblütigen Wirten als Nahrungsquelle zu nutzen. Diese Blutsauger spielen als Überträger zahlreicher Infektionskrankheiten eine bedeutende Rolle (z.B. Gelbfieber, Denguefieber, Malaria, Chagas-Krankheit, Schlafkrankheit).

Neben spezieller morphologischer Anpassungen sind bei solchen Nahrungsspezialisten insbesondere Verhalten und Sinneswahrnehmung auf diese Lebensweise ausgerichtet, denn jeder Blutmahlzeit geht zunächst die Auswahl und das Auffinden eines geeigneten Wirtes voraus. Dabei spielen visuelle Reize, Wärme und Feuchtigkeit, aber vor allem Kohlendioxid und Duftstoffe eine wesentliche Rolle. In unseren Forschungen werden verschiedene Aspekte der olfaktorischen Wirtsfindung genauer untersucht. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  1. Welche Duftstoffe des Wirtes spielen für Mücken bei der Wirtsfindung eine Rolle?
  2. Wie unterscheiden Mücken verschiedene Wirte an ihrem spezifischen Geruch, und was macht bestimmte Wirte besonders attraktiv?
  3. Wie ist der Wirtsgeruch auf der Ebene olfaktorischer Rezeptorzellen repräsentiert und welche Reizparameter (Spezifität bzw. zeitliches Antwortverhalten der Sinneszellen) werden wahrgenommen?
  4. Wie steuern oder beeinflussen diese Duftstoffe das Verhalten und die Orientierung?
  5. Welche Such- und Orientierungsstrategien ermöglichen ein erfolgreiche Wirtsfindung?
  6. Wie wirken abschreckende Düfte (sog. Repellents)?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden folgende Untersuchungsmethoden eingesetzt:

  • Naturstoffchemie
    Gewinnung von Rohextrakten natürlicher Duftquellen, chromatographische Auftrennung und Isolierung attraktiver Komponenten, Analysen in Kooperation mit Chemikern, Entwicklung und Durchführung von Biotests.
  • Elektrophysiologie
    Mit Mikroelektroden werden extrazellulär die neuronale Aktivität einzelner Geruchsrezeptoren in Sinneshärchen auf den Antennen und Palpen gemessen und ihre Reaktionen auf Wirtsdüfte untersucht. Diese Geruchsrezeptoren können, gekoppelt mit einem Gaschromatographen, auch als hochspezifische Detektoren verwendet werden, um neue Wirkstoffe zu identifizieren.
  • Verhaltensphysiologie
    Registrierung und quantitative Analyse des Orientierungsverhaltens von Stechmücken bei der Annäherung an Duftquellen. In einem Windkanal werden die Anflüge auf Duftquellen mit Videokameras aufgezeichnet und die Flugbahnen mit Hilfe von 3D-Computerprogrammen rekonstruiert und analysiert.
 
Haftungshinweis:
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich
keine Haftung für die Inhalte externer Links.
Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich
deren Betreiber verantwortlich.