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Dr.
Harald Huber Universität Regensburg Lehrstuhl für Mikrobiologie Universitätsstraße 31 D - 93053 Regensburg Harald.Huber@Biologie.Uni-Regensburg.de |
Arbeitsgebiete, Projekte:
1.
Untersuchung der rein archaeellen
Lebensgemeinschaft Ignicoccus hospitalis und Nanoarchaeum
equitans: |
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Abbildung 1: Elektronenmikroskopische
Aufnahmen und Fluoreszenzbild der Nanoarchaeum equitans - Ignicoccus
hospitalis Co-Kultur |
1.1.
Nanoarchaeum equitans:
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1.2.
Ignicoccus hospitalis:
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Abbildung 2: Ignicoccus
hospitalis, Ultradünnschnitt CM = Cytoplasmamembran ÄM = äussere Membran |
1.3. Stoffwechselwege im Organismensystem: Die Genomanalyse von N. equitans lässt den Schluss zu, dass in der Organismen-Gemeinschaft alle biosynthetischen Prozesse zum Aufbau der Zellbestandteile von I. hospitalis durchgeführt werden. Ein Schlüssel zum Verständnis des Stoffwechsels von N. equitans liegt also im Verständnis des Stoffwechsels von I. hospitalis.
Diese umfangreichen Analysen wurden in Kooperation mit Prof. G. Fuchs vom Lehrstuhl für Mikrobiologie der Universität Freiburg sowie mit Dr. W. Eisenreich vom Lehrstuhl für organische Chemie der Technischen Universität München durchgeführt.
Wir konnten zeigen, dass I. hospitalis über einen bislang unbekannten CO2-Fixierungsweg verfügt (Abb. 3a und 3b). In diesem wird im ersten Schritt Acetyl-CoA zu Pyruvat carboxyliert, welches in Phosphoenolpyruvat (PEP) umgewandelt wird. PEP wird in einem zweiten CO2-Fixierungsschritt zu Oxalacetat carboxyliert. Oxalacetat ist Teil eines unvollständigen Citratzykluses, dem eine 2-Oxoglutarat:Ferredoxin-Oxidoreduktase fehlt. Die Regeneration des primären CO2-Akzeptors Acetyl-CoA (Fig. 3b) geschieht über Succinyl-CoA, das zu 4-Hydroxybutyrat reduziert und anschließend zum CoA Thioester aktiviert wird. 4-Hydroxybutyryl-CoA wird unter Bildung von Crotonyl-CoA dehydratisiert und durch Betaoxidation entstehen daraus zwei Moleküle Acetyl-CoA. Somit bildet ein Durchlauf des Zykluses ein Molekül Acetyl-CoA. Der neue (insgesamt damit 6. bekannte) CO2-Fixierungsweg wird als Dicarboxylat/4-hydroxybutyrat Zyklus bezeichnet.
Eine Analyse weiterer zentraler Biosynthesewege in I. hospitalis zeigte zudem das Vorhandensein unkonventioneller Biosynthesewege, wie den 2-Aminoadipat-Weg zur Synthese von Lysin, den Citramalat-Weg zur Synthese von Isoleucin und den Ribulose-Monophosphat-Weg zur Synthese von Pentosephosphaten.
Über den Stoffwechsel von N. equitans ist wenig bekannt. Dieser Organismus verfügt jedoch über das kleinste bisher bekannte archaeelle Genom (~ 490 kbp), dem fast alle bekannten Gene für Biosynthese- oder Abbauwege fehlen. Vergleichende Analysen der Zusammensetzung der Membranlipide von N. equitans und I. hospitalis ließen den Schluss zu, dass N. equitans seine Lipide direkt von seinem Wirt I. hospitalis bezieht. Des weiteren zeigten 13C-Markierungsexperimente an Aminosäuren, dass N. equitans auch seine Aminosäuren (oder vielleicht auch komplette Proteine) direkt von I. hospitalis übernimmt. Auf welche Weise der Austausch dieser Zellkomponenten stattfindet, ist bislang allerdings noch ungeklärt. |
1.4. Energiekonservierung im Organismensystem: Erstmals ist somit für einen Prokaryoten eine räumliche Trennung von Energiegewinnung und anderen zellulären Prozessen – wie z. B. Biosynthese von Proteinen und Nukleinsäuren – nachgewiesen worden. Diese Ergebnisse werfen zahlreiche weiterführende Fragen auf, wie beispielsweise die Form der Kommunikation zwischen den beiden Zellbestandteilen sowie Überlegungen zur allgemeinen Definition einer cytoplasmatischen Membran oder des Periplasmas (für I. hospitalis haben wir daher diesen Bereich jetzt „Intermembranraum“ genannt). Möglicherweise stellt Ignicoccus sogar einen Vorläufer auf dem Weg zu den höheren Organismen (Eukaryonten) dar, bei denen zahlreiche membranumhüllte Organellen die unterschiedlichen Aufgaben (Energiegewinnung, Informationsweitergabe) in den Zellen übernommen haben. |
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Abbildung 4: A: Elektronenmikroskopische Darstellung einer Ignicoccus hospitalis Zelle. Die schwarzen Markierungen zeigen die Lage der ATP-Synthase-Komplexe in der äusseren Membran (ÄM)(erreicht durch spezifische Antikörpermarkierung). Ultradünnschnitt, Maßstab: 1µm (C = Cytoplasma; IM = innere Membran; ÄM = äussere Membran; IR = Intermembranraum B: I. hospitalis Zelle. Lichtmikroskopische Darstellung überlagert mit DNA-spezifischer ("DAPI") Färbung Maßstab: 2µm C: Identische I.hospitalis Zelle wie in B: Fluoreszenzmikroskopaufnahme mit Überlagerung von DNA-spezifischer Färbung (blau) und Antikörpermarkierung des ATP-Synthase-Komplexes (grün). Klar zu erkennen ist die räumliche Trennung der beiden Markierungen. |
2.)
Isolierung und Charakterisierung neuartiger hyperthermophiler Archaeen
aus Hochtemperaturökosystemen: |
3.)
Überleben von hitzeliebenden Archaeen im Weltraum: |
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4.)
Zusammenarbeit mit der Schmack Biogas AG (Schwandorf): Im Rahmen eines neuen Forschungs- und Entwicklungsauftrages ist es das Ziel, grundlegende Erkenntnisse über die Beteilung und das Zusammenwirken der bei der Biogasherstellung involvierten Mikroorganismen zu erhalten. Durch die erhaltenen Ergebnisse soll der Prozeß effizienter und damit kostengünstiger gestaltet werden können. |
Mitarbeiter: |
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(März 2011) |
Forschungsförderung:
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1.) Gefördert durch DFG-Projekt HU703/2-1 |
Lehrveranstaltungen:
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Grundkurs Mikrobiologie |