Botanischer Garten


der Universität Regensburg

Adresse:

Botanischer Garten der Universität
Universitätstr. 31
93053 Regensburg
Germany


Telefon: 0941-9433295
Telefax: 0941-9433106
e-mail: volker.debus@biologie.uni-regensburg.de


Direktor:

Prof. Dr. Andreas Bresinsky

Telefon: 0941-9433108

Technischer Leiter: Dipl-Ing.(FH) Volker Debus

Telefon: 0941-9433295



Öffnungszeiten des Botanischen Gartens

Öffnungszeiten des Freilandes

(Mai bis Mitte Oktober)

Montag bis Mittwoch 8.00-16.00
Donnerstag 8.00-15.30

Freitag 8.00-14.00
Samstag geschlossen
Sonntag 11.00-18.00

im Winter witterungsabhängig geöffnet
Index Seminum

Öffnungszeiten der Gewächshäuser

Werktags: 7.30- 9.15
9.45-12.00
12.45-15.30
Freitag nur bis -12.00
Samstag u. Sonntag geschlossen




Der Botanische Garten

Im Gegensatz zu der zweitausendjährigen Geschichte der Stadt Regensburg, kann der Botanische Garten der Universität Regensburg nur auf eine vergleichsweise kurze Existenz zurückschauen. Erst 1977 wurde mit umfangreichen Baumaßnahmen zu dessen Erstellung begonnen. Zwar hat es in der Stadtgeschichte von Regensburg nicht an Versuchen zur Etablierung von Botanischen Sammlungen gemangelt, jedoch war diesen Einrichtungen kein langer Bestand beschieden.

Es steht zu hoffen, daß dem jetzigen Garten mit seinen 4,5 ha am südlichen Stadtrand eine längere Lebensdauer zuteil wird. Die Aussichten dafür stehen gut, ist doch der Träger des Gartens, die in den 60-er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts erbaute Universität Regensburg.

Das Herzstück der Anlage stellt die Systematische Abteilung der Bedecktsamer dar, welches die verwandtschaftlichen Beziehungen dieser Pflanzen untereinander widerspiegelt und nach stammesgeschichtlichen Gesichtspunkten aufgebaut wurde. Sehr sinnfällig fügen sich die aus ein oder mehreren Unterklassen bestehenden System-Arme in das sanft von Ost nach West aufsteigende Gelände ein. So sind die ursprünglichsten Arten am Hanggrund angesiedelt. Die Höherentwicklung symbolisierend, steigen von dort mehrere System-Arme auf, um an der Hangkrone in den Bereich der höchst entwickelten Arten des Pflanzenreiches überzugehen.

Wohltuend weicht das System des Regensburger Gartens von der häufig als monoton empfundenen Aneinanderreihung von Beeten herkömmlicher Systematikkonzepte ab, wie sie zumeist noch in älteren Botanischen Gärten anzutreffen sind.

Die Regensburger Anlage gefällt durch ihre Großzügigkeit. Durch die Einbeziehung von baum- u. strauchartigen Pflanzenvertretern entstehen immer wieder kleinräumige Strukturen mit Ein- und Durchblicken. In einzelnen Fällen gelingt es durch die Zuordnung entsprechender lebensräumlicher Accessoires, wie z.B. Felsblöcke für die Steinbrech- u. Dickblattgewächse die Lebensräume der jeweiligen Pflanzen anzudeuten.

 Selbst Wasserpflanzen wurden mittels kleiner oder größerer Wasserbecken in die Systematische Abteilung integriert. Häufig sind die Ränder dieser  Wasserflächen mit Holzschwellen besetzt, die als Sitzplätze zum Verweilen  einladen. Durch die unterschiedlichen Becken und Teiche wird eine  außerordentliche Vielfalt an aquatischen Lebensräumen geboten. Ein Beleg  dafür sind auch die 12 im Garten nachgewiesenen Libellen-Arten.

 Mit etwa 1400 verschiedenen Pflanzen ist das System sehr gut bestückt und  zeigt einige, in Gärten seltener kultivierte Pflanzen wie Hottonia palustris,  Polygala- und einheimische Laichkraut-Arten

 Dem südlichen Rand der Systematischen Abteilung schließt sich die  Geographische Abteilung an. Ihre Grundfläche umfaßt annähernd 4000 qm mit  500 Pflanzenarten. Von Ost nach West ist sie in die Erdteile Amerika, Asien  und Europa unterteilt, dabei bilden große, im Boden versenkte Steinquader die  Kontinentengrenzen. Attraktive Flächenpflanzungen mit Bruckenthalia-,  Geranium-, Astilbe-, Hosta-, Tiarella-, Carex-, Rodgersia-, Pulmonaria- und  Waldsteinia-Arten bilden sehenswerte Aspekte.

Ein Teil der westlichen Abgrenzung der systematischen Abteilung wird vom Submediterranen Bereich gebildet. Pflanzen aus einer bestimmten Höhenstufe südlich der Alpen sind in diesem Areal anzutreffen.Ist auch der hintere Geländeabschnitt jener Anlage nur in Form einer einfachen Gehölzpflanzung vorhanden, so vermag doch der Vordergrund durch eine großzügige Staudenpflanzung mit thermophilen Arten zu gefallen. Die Pflanzung zeigt sich im Juni/Juli in einem farbenprächtigen Zustand, wenn Geranium sanguineum, Anthericum liliago, Sedum- und Iris-Arten zusammen mit einer Reihe weiterer Pflanzen ihren Blütenhöhepunkt erreichen.

Nach Norden geht der hintere Teil des submediterranen Bereiches in einen Eichen-Birkenwald über, der natürlicherweise in W- und NW-Europa auf sandigen, bodensauren und nährstoffarmen Böden anzutreffen ist. Im Laufe der Menschheitsgeschichte führte die großflächige Abholzung jenes Waldtyps und die anschließende fortdauernde Beweidung zur Ausprägung einer andersgearteten Vegetationsform, der Heide. Die weitläufige Heidelandschaft, welche sich im Botanischen Garten an den Eichen-Birkenwald angliedert, ist daher als ein Produkt dieses anthropogenen Einflusses auf die Natur anzusehen.

Integriert in die Heidelandschaft wurde auch die Nachbildung einer kleinen Binnendüne, wie sie während der Eiszeiten in nicht mit Eis bedeckten, aber weitgehend vegetationslosen Sandgebieten durch den Wind geschaffen wurde. Sehenswert ist auch das dort befindliche Heidemoor.

Nach Norden grenzt eine Pflanzung unterschiedlicher Auwald-Ausprägungen das System ab. Diese, durch hohen Grundwasserstand oder häufige Überschwemmungen gekennzeichneten Vegetationstypen unserer Heimat, sind entlang eines künstlichen Bachlaufes aufgepflanzt. Den schönsten Anblick vermitteln die Auwald-Formationen Schwarzerlenbruch und Eschen-Ulmen-Auwald im oberen Bereich des Bachlaufes. Im März/April ist die Fläche mit einem Blütenteppich von Leucojum vernum, Primula elatior, Anemone nemorosa, Caltha palustris, Ranunculus ficaria, Fritillaria meleagris und Allium ursinum überzogen. 

 Dem Auwald schließen sich nach Norden hin weitere, zumeist als Arboretum gestaltete Vegetationstypen an. Verschiedene Europäische Laubwaldformationen gehen in die Boreale Nadelwaldzone über, die  wiederum von Gehölzen der alpinen Höhenstufengliederung begrenzt wird.  Bemerkenswert in diesem sehr extensiv gehaltenen Bereichen ist die gelungene  Darstellung der Tundra, gegenüber der Borealen Nadelwaldzone gelegen.

 Östlich des Systems setzt sich die sanfte Neigung des Hanges nach unten fort  und geht in kleinen Gewächshausbereich und den unteren Gartenteil über.

 Gut die Hälfte des unteren Gartens nimmt die Versuchs- und Anzuchtsfläche  ein. Im Frühjahr und Sommer ist die Fläche komplett mit blühenden Stauden  überzogen, die einerseits für die Lehre und Forschung Verwendung finden,  andererseits aber auch zur Bestückung der Themenflächen herangezogen  werden.

 Den südwestlichen Zipfel des unteren Gartens füllt der 1989 errichtete  Schulgarten aus. Teich, Magerwiese, Staudenflur und Trockenhügel sind  Themenschwerpunkte der Anlage, dessen Pflege den Didaktik-Studenten obliegt.

Wie viele andere Botanische Gärten besitzt der Regensburger auch eine Pharmazeutische Abteilung, die in diesem unteren Gartenabschnitt angesiedelt ist und unter anderem Gift-, Heil- und Küchenkräuter beherbergt.

Weitere Attraktionen bilden im unteren Gartenbereich eine kleine Kletterpflanzen-, Brombeer-, Sorbus- u. einheimische Wildrosen-Sammlung.


Web-Design: R. F. Dietze, Letzte Änderung: 21. Dezember 1998