Prof. Dr. Hans Peter Molitoris


Forschungstätigkeit

Leitung: Prof. Dr. H., P. Molitoris
Mitarbeiter/in: Dr. S. Rohrmann, Dipl.-Biol. S. Neumeier
Enzymaktivitäten mariner (und terrestrischer) Pilze
Der charakteristische Stoffwechsel der Pilze beruht wesentlich auf der Anwesenheit und Funktion bestimmter Enzyme. Marine Pilze sind hinsichtlich ihrer physiologischen Eigenschaften, insbesondere der Nutzung bestimmter Substrate und der Produktion spezifischer Enzyme, nur in Einzelfällen untersucht. In einem systematischen Screening-Programm wird eine Auswahl obligat und fakultativ mariner Pilze aller systematischen und ökologischen Gruppen auf die Fähigkeit zur Nutzung bestimmter Substrate, einschließlich von Schmutz- und Abfallstoffen, und auf die Produktion charakteristischer Enzyme untersucht. Besonders der marine Holzabbau wird dabei nach Intensität, Abbautyp und Abbauweg untersucht. Die Ergebnisse liefern Beiträge zur Artcharakterisierung, zur Taxonomie und zur Klärung der Rolle mariner Pilze in ihrem Habitat. Die Enzymuntersuchungen sind auf eine mögliche spätere industrielle Nutzung angelegt. Dabei wird auch die Optimierung bekannter, bzw. die Entwicklung neuer Enzymtests verfolgt. Die Untersuchungen werden vergleichend auch mit terrestrischen und mit Pilzen von salzhaltigen Böden durchgeführt.
Förderung: Gefördert durch Reisemittel des Vereins der Freunde der Universität Regensburg.

Leitung: Prof. Dr. H., P. Molitoris
Mitarbeiter/in: Dipl.-Biol. H. Böhm, Dr. R. Lorenz, Dipl.-Biol. B. Zaunstöck
Morphologie, Stoffwechsel und Physiologie extremophiler Pilze
Fast alle bekannten marinen hyphenbildenden Pilze stammen aus den obersten Meeresschichten. Lebende Kulturen hyphenbildender Tiefseeformen fehlen jedoch weitgehend. Über deren Morphologie, Stoffwechsel, Physiologie und ihre Rolle im Habitat ist kaum etwas bekannt. Der hydrostatische Druck scheint neben Temperatur und Sauerstoff eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine Hochdruckapparatur zur Kultivierung mariner Pilze wurde entwickelt, gebaut und erfolgreich erprobt. Sie erlaubt die Simulation von Tiefseebedingungen (Druck, Temperatur, Sauerstoff, Licht). Damit können an marinen Hefen und Hyphenpilzen Wachstum, Stoffwechel und Physiologie untersucht werden. Die Ergebnisse zeigen, daß marine Pilze in unterschiedlichem Maße an Tiefseedruck angepaßt sind und dementsprechend ihren Lebenszyklus hier ganz oder teilweise durchlaufen können. Die Ergebnisse sind biotechnologisch von großer Bedeutung, insbesondere, nachdem neuerdings für weitere Versuche eigene, authentische Tiefseeisolate zur Verfügung stehen.
Förderung: Gefördert durch die Universität (Forschungsförderungsfonds), Stipendium des Freistaates Bayern, Reisemittel (Verein der Freunde der Univ. Regensburg), NATO-Stipendium (USA-Forschungsaufenthalt), DAAD (Verlängerung Forschungsaufenthalt USA).

Leitung: Prof. Dr. H., P. Molitoris
Mitarbeiter/in: Prof. Dr. M. Matavulj, Dr. B. R. M. Vyas, Dipl.-Biol. S. Neumeier, K. Rathberger, E. Straubinger
Abbau von Kunststoffen und Xenobiotika durch Pilze
Das Problem schwindender fossiler Rohstoffreserven und zunehmender Umweltverschmutzung durch petrochemische Kunststoffe führte zur verstärkten Suche nach biosynthetischen Plastikmaterialien, die biologisch abbaubar sind. Biosynthetische Reservestoffe wie Poly-ß-Hydroxyalkanoate und Polymalate besitzen derartige Eigenschaften und können mikrobiell aus nachwachsenden Rohstoffen gebildet werden. Derartige Materialien werden teilweise bereits industriell erzeugt, wobei ihr biologischer, insbesondere hierbei der Abbau durch Pilze als Voraussetzung für eine generelle Einsetzbarkeit noch weitgehend ungeklärt und Thema dieses Projektes ist. Neu aufgenommen wurde auch die Untersuchung des pilzlichen Abbaues bestimmter Xenobiotika (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), die durch ihre Toxizität, die Häufigkeit ihres Auftretens und ihrer weitgehend fehlenden Abbaubarkeit zunehmend problematisch werden. Holzabbauende Pilze scheinen hier besonders aussichtsreich zu sein. Alle Untersuchungen werden zusätzlich auch mit marinen Pilzen und in marinem Milieu (Tiefseebedingungen) durchgeführt, nachdem zunehmend auch unsere Meere als Mülldeponien mißbraucht werden.
Förderung: Gefördert durch Mittel der Forschungskommission der Europäischen Gemeinschaft und durch Reisemittel des Vereins der Freunde der Universität Regensburg.

Leitung: Prof. Dr. H., P. Molitoris
Geschichte der Pilze in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
Die Geschichte der Pilze in verschiedenen Wissenschafts- und Einsatzgebieten (Medizin, Biotechnologie, Weltraumforschung) wird erfaßt und dokumentiert.

Veröffentlichungen

Herausgebertätigkeit

Preis/Ehrung

Sonstiges/Beteiligung an internationalen Fachmessen/Ausstellungen

Beide Veranstaltungen wurden jeweils in Zusammenarbeit mit FUTUR (Univ. Regensburg, Dr. Schnell) durchgeführt und finanziert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr im Rahmen des Projektes "Innovationsmarkt Bayern".