 |
(1) Biosynthese, Struktur und Funktion von Glykoproteinen
Glykoproteine sind Eiweiße mit kovalent gebundenen Kohlenhydratresten.
Die Glykosylierung von Proteinen ist eine bei Eukaryonten ubiquitär
vorkommende und von der Hefe bis zum Menschen hochkonservierte kovalente
Modifikation. Sie spielt bei einer Reihe wichtiger biologischer
Phänomene, wie z.B. der Faltung, Sekretion und Sortierung von Proteinen,
bei Zell-Zellerkennungsprozessen, bei Differenzierungsvorgängen
bis hin zum malignen Wachstum, eine entscheidende Rolle. An dem
biochemisch und molekularbiologisch gut zugänglichen Modellorganismus
der Bäckerhefe, Saccharomyces cerevisiae, soll versucht werden,
mit biochemischen und molekularbiologischen Methoden Einsichten
zur Biosynthese, Struktur und Funktion von Glykoproteinen zu erhalten,
die beispielhaft auf Höhere Eukaryonten übertragbar sind.
(2) Sortierung und Sekretion von Proteinen
Sezernierte Proteine werden an den Ribosomen des rauhen Endoplasmatischen
Retikulum synthetisiert, über dessen Membran transloziert und in
den meisten Fällen dabei glykosyliert. Von dort gelangen sie auf
dem sog. sekretorischen Biosyntheseweg in das entsprechende zelluläre
Zielkompartiment (ER, Golgi, Vakuole, Plasmamembran) oder sie werden
nach außen in die extrazelluläre Matrix bzw. in das umgebende Medium
abgegeben. Dabei werden sie zur maturen Form prozessiert (Reifung
der Proteinkomponente, sowie Modifizierung des Kohlenhydratrestes).
In diesem Projekt untersuchen wir in der Bäckerhefe Mechanismen
der Proteinsortierung. Wir versuchen die am anterograden/ retrograden
Sekretionsweg beteiligten Proteinkomponenten und deren Gene zu isolieren
und zu charakterisieren. Die Untersuchungen sollen auch dazu beitragen,
Hefe als einen Organismus für ein effizientes heterologes Expressions-/Sekretionssytem
für rekombinante humane Glykoproteine zu etablieren.
(3) Von der Hefe zum Menschen: Das CDG (carbohydrate deficient
glycoprotein) Syndrom
Beim CDG Syndrom, welches erstmals 1984 beschrieben wurde, handelt
es sich um eine Familie rezessiv vererbbarer menschlicher Erkrankungen,
die auf einer abnormalen N-Glykosylierung von Proteinen beruhen.
Das klinische Erscheinungsbild ist multisystemisch und äußert sich
in schweren mentalen und psychomotorischen Defekten. Wir versuchen
über unser "know how" der N-Glykosylierung in Hefe Zugang zur Analyse
der zugrundeliegenden biochemischen und molekularen Defekte dieser
Krankheit beim Menschen, bzw. in entsprechenden Mausmodellen zu
erhalten.
(4) Hormon- und Wund-induzierte Genexpression und Signaltransduktion
in Pflanzen
Die Wirkungsweise pflanzlicher Hormone ist bislang in keinem einzigen
Fall kausal aufgeklärt. Das für tierische Organismen gültige Konzept
hormoneller Signalübertragung (Hormonrezeptor --> Signalverstärkung:
"second Messenger"/ Proteinkinasen --> zellulärer Respons) ist
auf Pflanzen nur teilweise übertragbar und noch sehr lückenhaft.
In diesem Projekt wird mit biochemischen, molekulargenetischen und
immunologischen Methoden nach Proteinen, ihren korrespondierenden
Genen und deren spezifische Funktion gesucht, die u.a. beim Auxin-induzierten
Längenwachstum, der Auxin-induzierten Zellteilung sowie bei Verwundung
ursächlich beteiligt sind. Die Untersuchungen beschäftigen sich
auch mit der Charakterisierung der zugrundeliegenden Signaltransduktionskette.
Untersuchungsobjekte sind Mais, Tabak und Arabidopsis.
Methodische Schwerpunkte:
Spektrum biochemischer, molekulargentischer, zellbiologischer
und immunologischer Methoden; Membranbiochemie, Biochemie und Analytik
von Kohlenhydraten, Proteinreinigung, Enzymologie; Pflanzenzellkulturen,
transgene Pflanzen.
|