Dirk Meuthen, Bonn
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LITFAS wurde im Rahmen des Projekts "Erhebung und zentrale Zusammenführung von Daten über Verbreitung, Status und Bestandsentwicklung der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland" und in Abstimmung mit den Aufgaben des Bundesamtes für Naturschutz entwickelt. Bei der Entwicklung von LITFAS wurde auf Benutzerfreundlichkeit, die Gewährleistung eines hohen Grads an Datenintegrität durch zahlreiche Referenzdateien und die Möglichkeit zur dezentralen Erfassung von Literaturdaten und anschließenden Zusammenführung in einer zentralen Datenbank besonderen Wert gelegt. Im übrigen ist LITFAS ein universell einsetzbares Literaturdatenbankprogramm.
LITFAS läuft auf allen 100 % IBM-kompatiblen PCs unter den Betriebssystemen Windows 3.0 oder höher bzw. MS-DOS 3.3 oder höher. Es benötigt mindestens 12 MB freien Speicherplatz auf der Festplatte.
LITFAS besitzt eine Programmoberfläche, wie man sie von moderneren Standardapplikationen unter MS-DOS kennt. Die Programmsteuerung durch den Benutzer erfolgt über Menüleisten mit Pulldown-Menüs und Dialogboxen.
Die Erfassung der Literaturzitate erfolgt maskengeführt und richtet sich weitgehend nach den "Richtlinien der allgemeinen Katalogisierung - Wissenschaftlicher Bereich" (RAK-WB). Somit ist sichergestellt, daß die erfaßten Daten ein Höchstmaß an bibliographischer Genauigkeit besitzen.
LITFAS stellt zu allen Maskenfeldern eine kontextsensitive Hilfsfunktion zur Verfügung. Über den Druck auf eine Funktionstaste (F1) sind jederzeit die spezifischen Informationen zum gerade aktuellen Eingabefeld zu erreichen. Natürlich stehen alle Hilfetexte auch über einen Index zur Verfügung.
Für zahlreiche Datenbankfelder existieren eigene Referenzdateien, die LITFAS ständig selbsttätig aktualisiert. So existieren z. B. Referenzdateien für Autoren, Herausgeber, Orte, Verlage, Sprachen, Deskriptoren und Reihen. Diese starke Relationierung der Daten hat mehrere Vorteile: Zum einen stehen dem Benutzer bei der Eingabe in die entsprechenden Felder der Maske auf Knopfdruck Auswahllisten zur Verfügung, in denen er den gewünschten Begriff auswählen und in das Feld übertragen kann. So wird auch das Problem der unterschiedlichen Schreibweise gleicher Worte minimiert. Wer einmal in einer umfangreicheren Literaturliste die unterschiedlichen Schreibweisen ein und derselben Zeitschrift abgleichen mußte, weiß, welche immense Arbeitserleichterung mit einer einheitlichen Schreibweise schon bei der Erfassung verbunden ist. Von zentraler Bedeutung ist eine normierte Schreibweise auch bei den Deskriptoren, da sonst eine etwaige Recherche häufig kein vollständiges Ergebnis liefern wird. Schließlich trägt die konsequente Relationierung der Datenstruktur zumindest bei größeren Datenmengen zur Einsparung von Speicherplatz bei.
Die im LITFAS-Programmpaket enthaltene Referenzdatei "Reihen" beinhaltet bereits bei der Auslieferung fast 3.000 Zeitschriften bzw. Schriftenreihen, vornehmlich aus den Bereichen "Botanik", "Naturschutz" und angrenzenden Gebieten. Zu jeder Reihe enthält die Referenzdatei umfangreiche Informationen, so z. B. Angaben zum Herausgeber, Verlag, Erscheinungsort, Gültigkeitszeitraum und zur geschichtlichen Beziehung der Reihen untereinander. Zu jeder Reihe können bis zu sechs Kurztitel erfaßt werden, auf die bei der Ausgabe von Literaturzitaten (s. u.) beliebig zugegriffen werden kann. - Natürlich kann die Referenzdatei "Reihen" jederzeit durch den Benutzer erweitert werden.
Die Eingabemasken sind mit zahlreichen Funktionen zur Validitätskontrolle hinterlegt. So werden z. B. bei jeder Erfassung eines Artikels aus einer Zeitschrift oder einer Schriftenreihen die Einträge in die Felder Band und Heft automatisch mit dem in der Referenzdatei "Reihen" angegebenen Gültigkeitszeitraum verglichen. Stellt LITFAS Unstimmigkeiten fest, erfolgt eine entsprechende Warnung.
Ein bekanntes Problem bei der Erfassung von Literatur sind Doppeleinträge: Es ist auf die Dauer kaum zu vermeiden, daß bereits erfaßte Literaturquellen versehentlich ein zweites Mal eingegeben werden. Um dieses Problem zu vermeiden, stellt LITFAS eine besondere Funktion bereit: über die Generierung eines speziellen Titelcodes wird schon während der Eingabe eines Literaturzitats fortlaufend überprüft, ob das gleiche Zitat bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfaßt wurde. Tritt dieser Fall ein, kann der Anwender die Doppeleingabe sofort abbrechen.
LITFAS erlaubt es, zu jedem erfaßten Literaturzitat eine beliebige Anzahl Deskriptoren (Keywords) zu vergeben. Die Deskriptoren können bequem aus einer Liste der schon vergebenen Deskriptoren ausgewählt werden. Wie alle übrigen Referenzlisten in LITFAS ist auch die Deskriptorenliste durch den Benutzer beliebig zu erweitern. Durch die Benutzung von vorangestellten Kürzeln ist auch ein pseudohierarchisches Deskriptorensystem zu erzeugen.
Zu jedem erfaßten Literaturzitat kann ein bis zu 64.000 Zeichen langes Abstract eingegeben werden.
LITFAS gestattet die Sortierung der Literaturdaten nach verschiedenen Kriterien. Die üblichste Form wird die Sortierung der Zitate nach Autoren und Erscheinungsjahr sein, also in Form eines "Autorenkatalogs". Eine andere Möglichkeit ist die Sortierung nach Standplätzen und Signaturen, im Bibliothekswesen üblicherweise als "Standortkatalog" bezeichnet. Wem die über das Menüsystem angebotenen Standardsortierkriterien nicht ausreichen, hat die Möglichkeit, selber beliebige Sortierkriterien zu formulieren. Voraussetzung dazu ist allerdings die Kenntnis der - im PC-Bereich weit verbreiteten - Datenbanksprache Xbase.
Neben der komfortablen Erfassung von Literaturdaten bietet LITFAS auch eine problemlose Recherche in den Datenbeständen. Häufig wird man z. B. nach einem Autor oder nach einem oder einer Kombination aus mehreren Deskriptoren recherchieren wollen. Diese und verschiedene weitere Recherchemöglichkeiten werden von LITFAS über das Menü angeboten. Darüber hinaus kann auch hier der Xbase-kundige Nutzer spezielle Abfragen, die nicht zum Standardangebot von LITFAS gehören, selber formulieren. Je nach beteiligten Feldern wird die Recherche indexgestützt oder sequentiell (Satz für Satz) durchgeführt. Das Rechercheergebnis kann auf dem Bildschirm angezeigt, ausgedruckt oder in einer Datei gespeichert werden.
Durch die starke Differenzierung der Datenbankstruktur gestattet LITFAS ein Höchstmaß an Flexibilität in Bezug auf die Ausgabemöglichkeiten der mit LITFAS erfaßten Daten. Für die Ausgabe der erfaßten Literaturzitate stehen verschiedene vordefinierte Zitatformen (z. B. nach Tuexenia, Hoppea oder Schriftenreihen Bundesamt f. Naturschutz) zur Verfügung, zwischen denen der Benutzer beliebig umschalten kann. In beschränktem Umfang lassen sich die Zitatformen auch individuellen Vorlieben anpassen (z. B. Groß- oder Kleinschreibung von Autoren, abgekürzte Vornamen oder ausgeschriebene Vornamen von Autoren, Volltitel einer Reihe oder Abkürzung nach verschiedenen Normen, usw.). Die Ausgabe der Literaturzitate in der gewählten Zitatform kann auf dem Bildschirm, auf einem Drucker oder in eine Datei erfolgen.
Neben dem Ausdruck von Literaturlisten bietet LITFAS auch die Möglichkeit, Karteikarten, Leihscheine und Fernleihscheine zu drucken.
Der gesamte Datenbestand oder ein beliebiger Teil davon lassen sich jederzeit in der vorgewählten Zitatform als Textdatei abspeichern und in eine herkömmliche Textverarbeitung wie z. B. MS-Word einlesen und dort weiterverarbeiten. Auf diese Weise ist z. B. die Erstellung einer individuell formatierten Literaturliste für eine wissenschaftliche Arbeit problemlos möglich.
Bei der Ausgabe in eine Textdatei können Autor, Band und Reihe bei Bedarf mit Markierungszeichen versehen werden, um bei der Weiterverarbeitung in einer Textverarbeitung die so markierten Stellen speziell formatieren zu können (z. B. den Autor in Kapitälchen, den Band fett und die Reihe kursiv).
Sollen mit LITFAS mehrere, von einander getrennte Literaturdatenbanken auf einem Rechner aufgebaut werden, ist auch das möglich. Sinnvoll könnte das z. B. für einen Vegetationskundler sein, der in zwei völlig unterschiedlichen Gebieten arbeitet, z. B. in Bayern und in Australien. Ein anderes Beispiel wären mehrere Nutzer, die an einem Rechner an verschiedenen Projekten arbeiten. Ob die Datenbanken völlig unabhängig voneinander angelegt werden, oder ob bestimmte Referenzdateien und Arbeitsverzeichnisse gemeinsam genutzt werden sollen, bleibt dem Anwender überlassen.
Natürlich bietet LITFAS auch die Möglichkeit des Datenaustauschs mit anderen LITFAS-Nutzern. Es kann sowohl der Gesamtbestand an Daten als auch jede durch eine Recherche zu bildende Teilmenge für den Datenaustausch in Form einer platzsparenden ASCII-Datei bereitgestellt werden. Beim Import werden zunächst die Referenzdateien abgeglichen, danach werden die eigentlichen Literaturdaten importiert. Der Importvorgang ist recht flexibel. So kann der Nutzer z. B. bestimmen, ob und wenn ja, in welcher Form Deskriptoren importiert werden sollen. Auch der nochmalige Import von bereits zu einem früheren Zeitpunkt vom selben Absender eingelesenen Daten kann auf Wunsch verhindert werden.
Neben dem Datenaustausch von LITFAS-Nutzern untereinander gestattet dieselbe Schnittstelle auch den Austausch mit der zentralen LITFAS-Datenbank am Bundesamt für Naturschutz in Bonn. Die verschiedenen, bereits dargestellten Eigenschaften von LITFAS - z. B. die gute Führung des Benutzers bei der Eingabe, die verschiedenen Validitätskontrollen und die Generierung eines identischen Titelcodes bei an verschiedenen Stellen parallel erfaßten Zitaten - sind dabei Voraussetzung für eine möglichst problemlose Zusammenführung der dezentral erfaßten Daten.
Umgekehrt ist es für LITFAS-Nutzer auch möglich, Anfragen an die zentrale LITFAS- Datenbank des BfN zu stellen. Der Nutzer erhält dann einen seiner Abfrage entsprechenden Datenbankauszug im LITFAS-Datenaustauschformat, den er problemlos in sein lokales LITFAS importieren kann.
Die zentrale LITFAS-Datenbank dient u.a. dazu, Quellenreferenzen für die ebenfalls von der Zentralstell für floristische Kartierung erstellte und am Bundesamt für Naturschutz eingerichtete zentrale Oracle-Datenbank FLORKART bereitzustellen. In FLORKART werden die in der Bundesrepublik Deutschland erhobenen Daten aus floristischen Kartierungsprojekten gespeichert (MAY 1994).
Sollen mit FLOREIN Fundangaben aus der floristischen Literatur erfaßt werden, kann LITFAS FLOREIN eine Referenzliste mit Kurzzitaten zur Verfügung stellen.
Soll umgekehrt mit LITFAS eine Literaturliste erzeugt werden, die nur die Zitate enthält, an die in FLOREIN Fundangaben angebunden sind, ist auch das über eine definierte Schnittstelle zwischen den beiden Programmen möglich.
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zuletzt geändert: Montag, 8. Dezember 1997 - Erstellung: Christian Düring, Zentralstelle für Floristische Kartierung